Firmen im Kanton Zürich: Wo sind die meisten?
Im Kanton Zürich konzentrieren sich Zehntausende Unternehmen auf wenige Gemeinden. Welche das sind und warum, zeigt ein Blick in die Daten.

Wer wissen will, wo im Kanton Zürich wirtschaftliches Leben pulsiert, schaut am besten auf die Verteilung der eingetragenen Unternehmen. Die Konzentration ist bemerkenswert: Während viele Landgemeinden auf ein paar Dutzend Firmeneinträge kommen, bündeln einige wenige Städte und Agglomerationsgemeinden Tausende von Betrieben. Diese Verteilung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Infrastruktur, Geschichte und Standortpolitik.
Stadt Zürich: Mit Abstand an der Spitze
Die Stadt Zürich selbst trägt den Löwenanteil. Mit über 80.000 im Handelsregister eingetragenen Einheiten ist sie nicht nur die bevölkerungsreichste Gemeinde des Kantons, sondern auch die mit Abstand dichteste Unternehmenslandschaft. Besonders stark vertreten sind Finanzdienstleister, Holdinggesellschaften, IT-Unternehmen und Beratungsfirmen. Das Stadtgebiet bietet eine Kombination aus internationalem Flughafen-Nahbereich, dichtem ÖV-Netz und einem Cluster aus Hochschulen, der für Neugründungen und Ansiedlungen gleichermaßen attraktiv ist.
Innerhalb der Stadt konzentrieren sich Firmensitze besonders im Kreis 1 (Altstadt und Rathaus), in Oerlikon sowie im Bereich Altstetten-Albisrieden. Viele internationale Konzerne wählen Zürich als Schweizer Holdingstandort, was die hohe Zahl an Einträgen im Verhältnis zur Einwohnerzahl erklärt.
Winterthur, Dietikon und Schlieren: Die zweite Reihe
Nach Zürich folgt Winterthur als zweitgrößte Stadt des Kantons mit mehreren Tausend Firmeneinträgen. Die traditionelle Industriestadt hat sich seit den 1990er-Jahren stark in Richtung Dienstleistungen und Technologie gewandelt. Maschinenbau und Versicherungswirtschaft sind nach wie vor prominent, ergänzt durch ein gewachsenes Start-up-Ökosystem rund um die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Dietikon und Schlieren im Limmattal gehören zu den auffälligsten Wachstumsgemeinden. Ihre Nähe zur Stadt Zürich bei gleichzeitig günstigeren Gewerbemieten hat in den letzten zwanzig Jahren eine massive Verlagerung von Betrieben in die Agglomeration ausgelöst. Schlieren verzeichnete in den 2010er-Jahren eine der höchsten Wachstumsraten bei Firmeneintragungen im gesamten Kanton.
Flughafenregion und Glattal: Wirtschaftsmagnete im Norden
Kloten, Rümlang und Opfikon profitieren direkt von der Nähe zum Flughafen Zürich. Besonders Opfikon mit dem Stadtteil Glattpark hat sich zu einem modernen Büro- und Gewerbestandort entwickelt, der zahlreiche internationale Unternehmen anzieht. Rümlang wiederum ist als Produktions- und Logistikstandort bekannt, bedingt durch günstige Flächenverfügbarkeit und direkte Autobahnanbindung.
Wer sich einen strukturierten Überblick über eingetragene Unternehmen nach Standort verschaffen möchte, findet über die Handelsregister Zürich Firmensuche eine nach Gemeinden filterbare Datenbasis, die Einträge aus dem kantonalen Handelsregister systematisch aufbereitet.
Das Glattal insgesamt, also die Region zwischen Zürich-Nord, Dübendorf und Volketswil, hat sich zu einem der bedeutendsten Gewerbekorridore der Schweiz entwickelt. Dübendorf allein beherbergt mehrere Hundert Gewerbebetriebe sowie Forschungseinrichtungen, darunter Teile des EMPA-Campus.
Wo Firmen nach Branche sortiert sitzen
Die geografische Verteilung folgt erkennbaren Mustern nach Branchen:
- Finanz- und Holdinggesellschaften: Überproportional in der Stadt Zürich, besonders in den Kreisen 1, 2 und 8.
- Logistik und Produktion: Häufig in Rümlang, Kloten, Niederhasli und Regensdorf, wo großflächige Gewerbegebiete verfügbar sind.
- IT und Tech: Konzentriert in Zürich-Nord, Schlieren und Dübendorf, aber zunehmend auch in Winterthur.
- Baugewerbe und Handwerk: Breit über den gesamten Kanton verteilt, mit leichten Schwerpunkten in mittleren Gemeinden wie Uster, Bülach und Horgen.
- Gastronomie und Detailhandel: Eng an die Bevölkerungsdichte gekoppelt, daher ebenfalls stadtzentrisch.
Kleine Gemeinden: Wenige Betriebe, aber spezialisiert
Gemeinden wie Stallikon, Hüttikon oder Weiach kommen auf weniger als 100 Firmeneinträge. Das bedeutet nicht, dass dort keine wirtschaftliche Aktivität stattfindet, aber die eingetragenen Unternehmen sind oft Einzelbetriebe, Landwirtschaftsbetriebe oder kleine Handwerkerfirmen. Einige dieser Gemeinden beherbergen jedoch überraschend spezialisierte Betriebe, etwa im Bereich Agrarwirtschaft oder lokales Baugewerbe.
Interessant ist das Phänomen der sogenannten Briefkastenfirmen in einzelnen steuergünstigen Gemeinden. Obwohl der Kanton Zürich im Schweizer Vergleich keine Niedrigsteuerzone ist, gibt es auch hier Gemeinden, die durch ihren kommunalen Steuerfuß Anreize für Unternehmensansiedlungen schaffen. Kilchberg etwa, bekannt als Wohngemeinde für Wohlhabende, verzeichnet auch eine nennenswerte Zahl an Holdings und Verwaltungsgesellschaften.
Was die Zahlen über die Wirtschaftsstruktur sagen
Die Verteilung der Firmensitze im Kanton Zürich spiegelt wider, was das Statistisches Amt des Kantons Zürich regelmäßig dokumentiert: Die Wirtschaftsleistung des Kantons ist stark auf wenige Zentren konzentriert. Zürich Stadt, Winterthur und die Agglomerationsgemeinden im Glatt- und Limmattal erzeugen zusammen den Großteil der kantonalen Wertschöpfung.
Für Gründer und Unternehmen, die sich neu ansiedeln wollen, ergibt sich daraus eine klare Standortfrage: Prestige und Netzwerkeffekte sprechen für die Stadtlagen, Flächenverfügbarkeit und Kostenstruktur für die Agglomeration. Die Zahlen aus dem Handelsregister zeigen, dass beide Strategien in der Praxis vielfach gewählt werden, je nach Branche und Unternehmensphase.
Wer die Entwicklung über Zeit verfolgt, erkennt außerdem einen Trend zur Suburbanisierung von Betrieben: Viele mittelgroße Unternehmen, die in den 1990er-Jahren noch Stadtadressen hatten, sind seither in Gewerbegebiete der zweiten Reihe umgezogen. Dieser Trend dürfte sich mit steigenden Mietpreisen in urbanen Lagen weiter fortsetzen.



